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Racing und Sponsoring > Hot Rods: Amerikanische Autokultur in Reinform

Hot Rods

Sie sehen skurril aus, veranstalten einen infernalischen Lärm und sind einfach Kult: Hot Rods sind ein wichtiger Teil der amerikanischen Autokultur. Ihre Fahrer umgibt das Flair des coolen Draufgängers, angehimmelt von hübschen Petticoat-Mädchen mit knallrotem Lippenstift. Auch in Deutschland werden die schrägen Kisten immer beliebter und ziehen Autobegeisterte in ihren Bann. Doch gar nicht selten hinterlassen die auffälligen PS-Monster beim unwissenden Betrachter auch tiefe Runzeln auf der Stirn. Fragend gleiten dann die Blicke über das merkwürdig tief sitzende Dach, die wilde Lackierung und bleiben schließlich am oft freiliegenden, riesigen V8-Block hängen, der für die gewaltige Geräuschkulisse verantwortlich ist. Die ungestellte Frage lautet: „Was um Himmels Willen ist das denn für ein Höllenmobil?“ Zugegeben, anders als berühmten US-Car-Klassiker vom Schlage eines Cadillac Eldorado oder Ford Mustang, erschließt sich ein Hot Rod seinem nicht eingeweihten Publikum nicht sofort.

Tatsächlich ist es gar nicht so einfach, zu definieren, was denn nun genau ein Hot Rod ist. Das geht schon beim Namen los. Niemand weiß, was Hot Rod eigentlich bedeutet. Einige behaupten, dass Rod eine Abkürzung von Roadster ist. Möglich ist auch, dass Hot Rod vom englischen Begriff „Connection Rod“ stammt, also „heißes Pleuel“ bedeutet. Zu guter letzt ist Rod auch ein Slang-Wort für Pistole. Vielleicht tragen die Hot Rods ihren Namen also, weil sie so gefährlich sind wie Waffen? Niemand kann es mit Gewissheit sagen. Genauso unmöglich ist es, eine für alle Hot Rods passende Beschreibung zu finden. Die Szene ist bunt und voller verschiedener Spielarten und Stile. In jedem Fall aber ist ein Hot Rod ein nach den Vorstellungen seines Besitzers umgebautes Autos mit einem Baujahr bis 1949. Entsprechende Nachbauten zählen auch. Die Erhaltung des Originalzustands – um den Wagen etwa als Oldtimer anzumelden –  ist völlig uninteressant. Was zählt sind individuelle Umbauten und üppige Motorleistung. Der Originalmotor wird meist zu Gunsten eines riesigen V8-Blocks amerikanischer Bauart ausrangiert, der oft noch einen Kompressor aufgesetzt bekommt.

Ihren Ursprung haben die schrulligen Gefährte in den 20er Jahren, denn alles nahm schon mit den ersten Autos überhaupt seinen Anfang. Schon damals lieferten sich die US-Boys mit ihren umgebauten Autos wilde Straßenrennen. Alles, was den Renner unnötig schwer machte, wurde abmontiert: Kotflügel, Motorhaube, Stoßstange – braucht doch kein Mensch. Auch lange Dachstreben fielen dem Abspeck-Wahn zum Opfer. Sie wurden kurzerhand abgesägt und das ganze Dach wanderte ein gutes Stück weiter nach unten, was die ehemals großen Front- und Seitenscheiben zu winzigen Schießscharten verwandelte. Heiß begehrt unter den Hot Roddern waren Ford-Modelle der Jahre 1929 bis 1934. Mit der Geburtsstunde des Ford-V8 1932 erlebte die Szene einen wahren Meilenstein.

Naturgemäß war das Geld auch damals bei vielen jungen Männern knapp. Hot Rods wurden daher oft auch als Alltagsautos benutzt. Am Wochenende aber war Zeit für Rabatz und der Rod durfte zeigen, was seine acht Zylinder hergeben. Unter den verklärten Blicken ihrer Freundinnen jagten die Hot Rodder die Straßen entlang und machten deutlich, wer der Chef im Ring ist. Um die Sonntagsruhe braver Polizisten war es damit geschehen. Nicht selten ging es bei den verbotenen Rennen um viel Geld. Schließlich wollte das teure Hobby auch finanziert werden. Doch es musste dabei nicht zwangsläufig illegal zu gehen. Schon in den 30er Jahren gab es auf ausgetrockneten Salzseen offizielle Beschleunigungs- und Topspeed-Rennen. Für Fahrer mit gewollt dunkler Aura aber war solch deutliche Legalität natürlich nicht interessant.

 

Nach dem zweiten Weltkrieg verhalfen die heimgekehrten GIs dem Hot Rodding zu einem neuen Boom. Die Kriegshelden von Übersee hatten Geld und suchten Zerstreuung. Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre wurde der Show-Effekt der Hots Rods nach und nach wichtiger als die Renneigenschaften. Immer öfter liefen neue Hot-Rods ab Werk den individuellen Umbauten den Rang ab. Mit Aufkommen der „Muscle Cars“ rollten die Hot Rods immer mehr ins Aus, bis sie Anfang der 70er auf einem Tiefpunkt angekommen waren. Doch Filme wie „American Graffiti“ aus dem Jahr 1973 erweckten das Lebensgefühl der Hot Rodder aus seinem Dornröschen-Schlaf. Heutzutage sind die liebenswerten Hot Rods wieder voll da. Noch immer umgibt die Hot Rodder – egal welchen Alters – die Aura der coolen Draufgänger. Sie lassen die alten Zeiten wieder auferstehen, huldigen dem Rock´n´Roll, dem amerikanischen Lebensgefühl und ihren geliebten, schrulligen Gefährten. Hot Rods faszinieren damals wie heute. Mit ihrer Mischung aus nostalgischem Charme, moderner Technik und kreativer Gestaltung sind die bärenstarken Renner immer noch auf Erfolgskurs.

 

Was liegt da näher, als die alten V8-Boliden vergangener Zeiten auch bei modernen Drag-Racings an den Start zu schicken. Immerhin hat das derzeit ungemein populäre Drag-Racing seine Wurzeln in den verbotenen Hot Rod-Ampelrennen jener Zeit. Und so treten bei diesen Rennen auch heute noch je zwei Autos im direkten Vergleich gegeneinander an. Es gilt, als erster die Distanz der Achtel- oder Viertelmeile hinter sich zu bringen. Das sind gerade mal 201 bzw. 402 Meter. Was hier zählt sind Reaktionszeit, Mut und das blinde Vertrauen in die unbändige Kraft des aufgemotzten V8. Gestartet werden die Rennen meist per Ampelstart. Schöner ist es aber, wenn die finster blickenden Piloten auf das Kommando eine eher knapp bekleidete junge Frau hören, die entweder in die Luft hüpfend eine schwarz-weiß karierte Fahne schwenkt, oder aber ein Tuch zu Boden fallen lässt. Trifft es auf den Asphalt, ist dies das Zeichen zum Start. Was dann passiert ist wohl der ausschlaggebende Faktor für die rasche Verbreitung des Drag-Racing-Virus. Denn nun lassen die Piloten die Kupplung abrupt kommen und nageln das Gaspedal aufs Bodenblech. Untermalt vom ungefilterten Donnern des hochgezüchteten V8 rasen die Hot Rods in Richtung Horizont. In wenig mehr als zehn Sekunden absolvieren die coolen Kisten die Viertelmeile, waschechte Drag-Racing-Maschinen mit weit mehr als 1000 PS sind natürlich noch wesentlich schneller.

 

Von der Leidenschaft für Hot Rods und dem Flair, was diese Szene umgibt, hat sich auch die US-Autopflegemarke Armor All anstecken lassen. Die Amerikaner begeistert vor allem die Hingabe der deutschen Fahrer und Fans. „Als amerikanische Autopflegemarke lag es für uns nahe, sich für die Szene der US-Autokultur in Deutschland zu engagieren.“, sagt Veronica Fung, verantwortlich für das Marketing. Mittel zum Zweck ist ein knallorangefarbenes 1932er Ford Three Window Coupé, das also waschechtes Hot Rod mit mächtig V8-Power auf diversen US-Car-Veranstaltungen in Deutschland die Blicke auf sich zieht. Wer sich von der Leidenschaft für die US-Kult-Mobile anstecken lassen will: 2011 lädt Armor All auf verschiedenen Events auf ein persönliches Hot Rod-Gänsehaut-Erlebnis ein.